Farben-Dschungel
Es ist Zeit,
Aufzustehen und wegzugehen -
Weitergehen.
Durch den riesigen Farbendschungel -
Annemonen hier das Grün.
Selbstverliebt -
Du magst mich nicht.
Seetangrot-
Ich kann nicht so weitergehen.
Urwaldriesen ihr Weisen,
Hab mich dunkelblau verirrt,
Finde keine Schneisen,
Libellen kommen angeschwirrt -
Stehe hier alleine reisend.
Wüstenwind
Und unser Leben ist wie der Wüstenwind
Der in der Wüste klingt
Und dort vom Leben singt
Es fegt ein Sturm über unsere kleine Existenz
Mit der Permanenz
Eines verschrobenen Gespensts
In Europa
Das uns das fürchten lehrt
Und somit nie umkehrt
Und der Sturm wird zum Regen
Es wird keinen anderen mehr geben
Nicht in meinem kurzen Leben
Es kann ja nicht immer regnen
Ich werde mich selbst segnen
Mit der Kraft und Schönheit eines Leopards
Der in der Wüste galoppiert
Und schon triumphiert
Weil er sein Leben im Schlaf lebt.
Und unser Leben ist wie der Wüstenwind
Der in der Wüste klingt
Und dort vom Leben singt
Und der Sturm wird zum Regen
Es wird keinen anderen mehr geben
Nicht in meinem kurzen Leben
Und wenn ich dir begegne
Dann werd ich dir entgegentreten -
Denn es kann ja nicht immer regnen.
Waldträume
Tief ein und ausatmend ging den Waldweg entlang und genoss die stille Kühle des kalten Herbsttages. Meine beste Freundin Julia hatte sich kurz zuvor von mir verabschiedet, sie wollte nach Hause um ihrem Verlobten etwas zu Mittag zu kochen. Ich hatte keinerlei solcher Verpflichtungen und ging in Gedanken versunken, der Boden zu meinen Füßen bewegte sich nahezu mechanisch. Die abgestorbenen Blätter bildeten einen weichen feuchten Teppich auf dem das Laufen angenehm war.
Obwohl ich mich bereits warm gelaufen hatte, wurde mir allmählich kälter und ich zog den Reißverschluß meines Mantels ein Stück höher.
Julia sollte sich nicht so sehr von Christoph beeinflussen lassen, dachte ich. Trotzdem, sie merkte es anscheinend nicht einmal und so lange sie sich glücklich fühlte sollte es mir recht sein.
Die Einsamkeit und Ruhe tat mir nach einer angestrengten Woche gut. Allein mit meinen Gedanken schien ich gefangen in mir selbst und nahm die vorüberfliegenden Schatten nur bedingt wahr.
Langsam sank ich zu Boden, spürte das nasskalte Laub. Ich vergrub meine Hände darin so tief es ging und zerwühlte es. Die kühle Feuchte spürte ich warm und angenehm an meiner Hand.
Visionen von Tod und Verwesung plagten mich. Langsam sollten die Blätter ihrem Verfall überlassen sein und der Erde wieder übergeben werden. Ihre geheimen stillen Schreie hallten in meinem Kopf wieder und bildeten eine Kakophonie, die langsam anschwoll. Die Schatten der Bäume verzerrten sich zu einer toten Armee von Ästen und Gestrüpp. Meine Augen schlossen sich, doch die Bilder blieben. Ich wälzte mich im Laub und weich wurde ich empfangen und verfiel in einen tiefen Minutenschlaf.
Als ich hochschreckte war alle Bedrohnis des Waldes abgefallen und er schien mich friedlich und behaglich wie eine schützende Höhle zu umgeben. Blass vor Erschöpfung trottete ich Schritt für Schritt nach Hause.
Ich sollte Julia nie wiedersehen.